Stephanie Pinkowsky

Stephanie Pinkowsky

Gedanken & Challenges  

Hier findet ihr eine bunte Sammlung an Gedanken und Beiträgen rund um meine Romanreihe; übers Schreiben und Autorenleben. 


🗒🖋 Helden-Challenge
Im Zuge von den Autoren-Interviews von Prinzessin Literaturia gibt's heute die Helden-Challenge dazu.

Frage: Was wollte der Protagonist/die Protagonistin in deinem Roman dir mal sagen?

Geschrieben aus der Sicht meiner Protagonistin Helene aus "Seelensplitter" und "Seelenblut":

Es gibt vieles, was ich dir sagen möchte, aber vor allem eines liegt mir auf der Seele:  Kaum jemand versteht, was in mir vorgeht und warum ich diese verbotene Liebesbeziehung zugelassen habe. Das macht mich manchmal sehr traurig und hilflos, andererseits kann ich es den Menschen nicht übelnehmen. Ich begreife es ja selbst kaum, wie das mit mir und Katja passieren konnte. Vielleicht drängt sich sogar bei dem einen oder anderen Leser das Wort „Schuld“ auf. Ein hässliches Wort, das mir die Kehle zuschnürt, wann immer ich es höre. Ebenso wie „Moral“. Du, liebe Autorin, hast mir eine große Last aufgebürdet – und zeitweise verfluche ich dich dafür.  Manchmal wünsche ich mir, du hättest mir die Stärke gegeben, Katjas Verführungsversuchen zu widerstehen und uns als Familie zusammenwachsen lassen. Wolltest du nicht ursprünglich eine klassische Liebesschnulze schreiben, in der die Beziehung zwischen mir und einem älteren, verheirateten Mann im Mittelpunkt stand? Hättest du nicht dabei bleiben können? Aber nein, Frau Pinkowsky musste unbedingt eins draufsetzen. Manchmal frage ich mich, warum du mir das alles zumutest. Andererseits gibt es viele Momente, in denen ich glücklich bin, dass du die Geschichte genauso geschrieben hast. Du hast mir viel Schmerz und Leid zugefügt, doch du hast uns auch etwas geschenkt. Eine Liebe, die niemals zerbrechen kann. Etwas, das es normalerweise nicht gibt. Doch das Band zwischen Katja und mir kann niemals reißen. Liebende, so tief sie sich miteinander verbunden glaubten, werden manchmal zu Fremden oder gar zu Feinden. Ich habe das mit Mark erlebt, wie du weißt. In meinem beruflichen Umfeld sehe ich das ständig. Aber mir und Katja kann das nicht passieren – auch wenn genau dieses besondere Band der Grund ist, warum man uns verachtet. Aber wie kann Liebe verachtenswert sein? Ich habe gelernt, mich Stück für Stück von diesem quälenden Schuldgedanken zu befreien. Katja ist eine erwachsene Frau und sie hat gewählt, mit wem sie leben möchte – mit mir. Es gibt keine Liebe ohne Leid und Schmerz. Ich bin froh, dass du uns diese Liebe geschenkt hast. Ich hoffe nur, du lässt uns in Band 3 endlich unseren Frieden finden.  

Geschrieben aus der Sicht meiner Protagonistin Katja aus "Seelensplitter" und "Seelenblut":

Wenn ich die Möglichkeit hätte, aus dem Buch zu springen, würde ich dir mal ordentlich die Meinung geigen! Ich sollte dich für all das hassen, was du mir angetan hast. Du nahmst mir meine unbeschwerte Kindheit und hast mich schon als Mädchen in einen Strudel der verbotenen Empfindungen gestürzt. Warum hast du mich nicht einfach lachen und spielen lassen? Warum musste ich mich ausgerechnet in Helene verlieben? Und nicht nur das! Immer wieder setzt du mich harten Prüfungen und unermesslichem Leid aus, das kaum zu überstehen ist. Du hast mir eine selbstzerstörerische Ader verliehen. Kaum überstehe ich eine Krise, wartet bereits die nächste. So vieles davon wäre vermeidbar gewesen, hättest du mir mehr Selbstachtung und Stärke gegeben. Ich habe mich in Helenes Schatten immer minderwertig gefühlt, obwohl es dafür keinen Grund gab. Doch eines hast du mir geschenkt: Ein gutes Herz. Durch meine Exzentrik leide ich nicht nur schlimmer (vor allem unter meinen eigenen Fehlern); ich liebe auch intensiver! Und da kann ich Helene nur zustimmen. Trotz des Leids danke ich dir für das Geschenk, das du uns gemacht hast: Unsere besondere Liebe, so verboten sie auch sein mag. Hätte ich mir einen anderen Lebensweg gewünscht? Vielleicht. Aber dann wäre ich nicht Katja. Du hast mich durch all die Prüfungen , die du dir ausgedacht hast, auch stärker werden lassen. Ich durchlaufe innerhalb der Romane einen enormen Reifeprozess, der mich letztendlich zu einer besonderen Persönlichkeit macht. Nur eines wünsche ich mir: Bitte lass mich im finalen Teil glücklich werden!